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Forbach im Schwarzwald - Wasser und Gesteine

Forbach - Wasser und Gesteine
Wie kaum eine andere Landschaft wurde der Schwarzwald und somit auch die Ferienregion durch das Zusammenwirken von Wasser und Gesteinen gestaltet. Vor ca. 600 Millionen Jahren entstand durch Erstarren des glühenden Magmas das Grundgestein (früher "Urgestein" genannt). Danach setzten an der Erdoberfläche Verwitterung und Erosion ein. Das abgetragene feine Gesteinsmaterial wurde - zunehmend unter Mitwirkung von Wasser - in Schichten abgelagert und wieder zu Gestein verdichtet. So entstand vor ca. 250 Mio. Jahren der Buntsandstein, ein Ablagerungs- oder Sedimentgestein.Durch Faltung in der erkalteten Erdkruste wurde das Schwarzwaldgebirge emporgehoben, bis die Oberfläche des Grundgebirges im Nordschwarzwald
auf ca. 700 m Meereshöhe zu liegen kam; darüber lagert in einer Dicke von 200 - 400 m das Buntsandstein-Sediment.

Das Grundgebirge besteht bei uns aus Forbach-Granit, dessen Bestandteile, hauptsächlich Feldspat, Quarz und Glimmer - in Kristallform regellos - körnig und im allgemeinen gut unterscheidbar aneinander gelagert sind. Langsames Erkalten des Magmas begünstigte die Entstehung relativ großer Kristalle. Wegen der Kristallform wird auch die Bezeichnung "kristallines Grundgebirge" verwendet. Der Forbachgranit ist ein Zweiglimmer-Granit, d. h. er enthält schwarz-glänzenden (Biotit) und silbrig-glänzenden (Muskovit) Glimmer. Der Buntsandstein des Deckgebirges hat seine rötliche Farbe von Eisenoxiden. Es wäre allerdings respektlos, deshalb von einem rostigen Gebirge zu sprechen! Das Gestein besitzt wesentlich weniger Festigkeit als der Granit; der Zerfall zu feinkörnigem Sand geht unaufhörlich weiter. Hiervon zeugen die blaßroten Sandablagerungen in der Murg und in Seitenbächen. Der Buntsandstein läßt sich in mehrere unterschiedlich feste Schichten sowie grob in Unteren, Mittleren und Oberen Buntsandstein unterteilen, wobei der Obere Buntsandstein nur in Resten vorhanden ist. Das Gestein ist mit seinen Zerklüftungen enorm wasseraufnahmefähig.

Das Gebirge wurde besonders durch die gewaltigen Schmelzwassermassen zu Ende gehender Eiszeiten zur heutigen Gestalt geformt. Beim Durchbruch zum bereits bestehenden Oberrheingraben entstand das schluchtartige Murgtal. Die letzte Eiszeit, Würm-Eiszeit genannt, endete vor nur ca. 10.000 Jahren - erdgeschichtlich ein Wimpernschlag!

Zwei Gesteine haben der Abtragung durch das Wasser besonderen Widerstand entgegengesetzt:
1. das harte Granit-Grundgebirge, über dem das weichere Buntsandstein-Deckgebirge verstärkt abgezehrt wurde. So blieben zahlreiche granitene Vorsprünge stehen, mit fast ebener Oberfläche bei 700 m Meereshöhe. Sie heißen heute Hilsebene,Paternoster, Schneiderskopf, Lachsberg, Repperstein, Kipf, Latschig. Teilweise bildeten sich regelrechte Terrassen, z. B. im Raumünzachtal (Pandurenebene, Dachsbau, Verbrannter Schlag, Schindelkopf, Stöckberg).
2. Die oberste Schicht des Mittleren Buntsandsteins, das "Hauptkonglomerat" (= Sedimentgestein mit eingelagerten wassergerundeten Quarz-"Eiern"). Diese Schicht ist erstens von erhöhter Festigkeit und zweitens weitgehend wasserundurchlässig. Es entstanden Hochflächen wie Hohloh-Schramberg-Besenfeld, und auf diesen Mooren und "Missen" (=vermoorte Hochflächen), Hohloh- und Wildsee. Wo sich Eisreste besonders lange hielten - in nordöstlichen Berghängen - bildeten sich im Deckgebirge Gletschermulden oder Kare, mit heute noch vielfach sichtbaren Moränen (= Gesteinsschutt - Wälle). Im Nordschwarzwald werden ca. 130 Kare gezählt. Die Karböden liegen stets auf der Grundgebirgsoberfläche oder darüber.Teilweise bildeten sich Seen. Es gibt heute im Nordschwarzwald noch sieben Karseen, die man als landschaftliche Kleinodien bezeichnen kann. Der zauberhafte Herrenwieser See auf Forbacher Gemarkung bedeckt eine Fläche von 1,8 ha und ist 9,5 m tief. Die dahinter aufragende Karwand ist mit einer Höhe von 170 m die höchste aller sieben Seen.

Niederschlagswasser gibt es reichlich. Für das Hornisgrindegebiet sind jährliche Höhen von über zwei Metern üblich. "Der Wanderer weiß, wie gerade um die Hornisgrinde der Regen niederprasseln kann, und die Skifahrer schätzen die Schneehöhen in diesem Gebiet" (R. Metz). Auf dem Buntsandstein sickert das Wasser zum großen Teil ins Gestein und tritt hauptsächlich am "Hauptquellhorizont", der auf ca. 700 m liegenden Granitoberfläche, als glasklares kühles Naß in unzähligen Quellen wieder zutage. Die Quellen versiegen auch nach längster Trockenheit nicht und es grenzt an ein Naturwunder, welche riesigen Wassermengen z. B. die Fliegenlochquelle in Wochen der Trockenheit aus dem Speicher Buntsandstein liefert. Das Wasser ist praktisch kalkfrei, also sehr "weich".

Wiesen wurden da angelegt, wo es genügend Wasser zum Bewässern gab; so reichen die Forbacher Wiesentäler in der Regel bis hinauf zum Quellhorizont, bzw. "Waldwiesen" wurden auf dieser Höhe angelegt ("Schäfersgrüb"). In dem zu Tal fließenden Wasser steckt ein hohes Arbeitspotential. Dieses kann zerstörend wirken, aber auch von Menschen nutzbar gemacht werden. Zuerst wurde mit dem Wasser Holz transportiert (Flößerei); dann diente es zum Antrieb von Wasserrädern und später Turbinen. Die enorme Wasserspeicherfähigkeit der Wälder und des Buntsandsteins sorgt für stetigen Abfluß und kommt der Nutzung sehr zugute. Auf der Murg und den Seitenbächen wurde zunächst Wildflößerei betrieben, d. h. Scheiter und Klötze ohne Floßverband verflößt. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Murg um Forbach in 10jähriger aufwendiger Arbeit floßbar gemacht und danach durch die Calwer Holzkompagnie mit Flößen befahren. Dies fand ein jähes Ende durch ein riesiges, landesweit wütendes Hochwasser im Oktober 1824, in dessen Verlauf von den seitlichen Hängen des Murgtals, von Eulen- und Füllenfelsen große Felsen in die Murg stürzten und dort noch heute von diesem gewaltigen Naturereignis Zeugnis geben. Danach mußte man zur früheren Wildflößerei zurückkehren. Wasserspeicher, sog. Schwallungen, wurden angelegt, deren Inhalt schlagartig abgelassen wurde und als Schwall das Holz zu Tal trug. Die Herrenwieser Schwallung wurde 1843 von dem bekannten Weisenbacher Baumeister Belzer erbaut; sie wurde bis 1864 betrieben. Als Bausteine wurde der sog. Bausandstein verwendet, aus der mächtigsten Schicht des Mittleren Buntsandsteines.Dies war bei den bedeutenden Bauwerken seinerzeit üblich (Kirchen in Forbach und Bermersbach). Der bautechnisch wesentlich günstigere Granit war nämlich mit damaligen Werkzeugen nicht in größeren Mengen zu gewinnen und zu bearbeiten. Nach Ende der Flößerei (das letzte Floß passierte Rastatt im Jahr 1906)
wurde die Murg zunehmend zur Energiegewinnung ausgebaut, und bald reihten sich Staustufe an Staustufe. Die sich hieraus entwickelnde Industrie brachte Arbeit und Brot und somit Wohlstand ins Tal.
Im "Murgwerk" in Forbach (früher Badenwerk - heute EnBW) wurde 1917 die erste Kilowattstunde aus Wasserkraft erzeugt. Später (1922 - 1926) entstand mit dem Bau des Schwarzenbachwerkes der für damalige Verhältnisse gewaltige Stausee. Er dient der Energiegewinnung und leistet nebenbei einen erheblichen Beitrag zur Abmilderung von Hochwässern. Alle Bauwerke des Schwarzenbachwerkes liegen im Granitbereich (Staumauer, Stollen usw.), wodurch eine hohe Standfestigkeit erzielt wurde. Die Sperrmauerkrone liegt mit 670 m Meereshöhe unter dem Quellhorizont, was ein Einleiten zahlreicher Quellen in den Stausee ermöglicht. Selbstverständlich ist die Wirtschaftlichkeit des Werkes durch die Wasserspeicherfähigkeit von Wald und Buntsandstein entscheidend erhöht. Der Schwarzenbachstausee ist nach wie vor das Forbacher Hauptausflugsziel. Aber auch der Wildwassersport auf der Murg - in Extremfällen auch auf Nebenbächen - ist erwähnenswert. Der Kajakfahrer schätzt dabei die kalkulierbaren Hindernisse in Form der im Murgbett liegenden, inzwischen vom Wasser abgerundeten Felsen.

Dieser Beitrag wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von
Hubert Fritz
Ing. grad.
Frankenbachweg 3
76596 Forbach

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