Während der Eiszeiten waren die Schwarzwaldhöhen von Schnee und Eis bedeckt. In Firnmulden, sogenannten Karen,
bildeten sich Hanggletscher. Als das Eis abwärts drängte, riss und sprängte es Felsbrocken von den Gebirgswänden und
schob dieses Geröll vor sich her. Die Schuttmasse blieb am Ender der Gletscherzunge liegen und bildete dort eine
sogenannte Endmoräne. In der Vertiefung hinter der Moräne, die der Gletscher bei seinem Rückzug zurückließ sammelte
sich Schmelz- und Oberflächenwasser und bildete so die Grundlage für die Karseen, die meistens keinen Zufluss aus
einer Quelle haben.
Am Ende der Eiszeiten, vor ca.10 000 Jahren gab es im Nordschwarzwald rund 35 Karseen.
Sie sind heute fast alle zugewachsen und verlandet.
Zwei der wenigen übrigen Karseen liegen im Gebiet der Ferienregion Forbach. Es sind dies der Herrenwieser See
und der Schurmsee. Beide sind einen Besuch wert und vermitteln ein unvergleichliches Bild natürlicher Schönheit.


Der Herrenwieser See ist ein beliebtes Wanderziel, 3 km Wegstrecke nörd-östlich von Herrenwies.
Er liegt auf einer Höhe von 834 Metern über dem Meer und misst 1,8 ha.
Er ist vor ca. 120 000 bis 60 000 Jahren entstanden, ist 9,5 m tief und hat einen Inhalt von 111 000 Kubikmetern Wasser.
Die Karwand des Sees hat eine Höhe von 170 Metern und ist damit die höchste im Nordschwarzwald.

Der Schurmsee liegt 794 Meter hoch auf der Achse zwischen Hundsbach und Schönmünzach und erstreckt sich
auf einer Fläche von 1,6 ha bei 13 Metern Tiefe und einem Wasserinhalt von 180 000 Kubikmetern.



Am Ende der Eiszeit entstand als Verwitterungsprodukt des Buntsandsteins eine wasserundurchlässige Tonschicht.
Auf dieser Schicht sammelte sich nährstoffarmes Regenwasser an. Unter dem Einfluss hoher Niederschläge, geringer
Jahresdurchschnittsteperaturen und aufgrund des nährstoffarmen Untergrunds wuchsen dort Torfmoose und Sauergräser.
Ein Torfmoos hat die Fähigkeit das 20 bis 50fache seines Trockengewichtes an Wasser aufzunehmen wie ein Schwamm.
Viele Pflanzen wie isländisches Moos, Wollgras, Moosbeere oder Sonnentau konnten in diesem basenarmen, sauren und
sauerstoffarmen Milieu überleben. Die abgestorbenen Torfmoosschichten wurden unter diesen Bedingungen über
Jahrtausende hinweg abgelagert und neue Schichten siedelten sich darauf an. Bäume können sich hier nur schwer halten, am Rande von Hochmooren findet man meist den typischen Moorkiefernwald.
In unmittelbarer Nähe liegt östlich der Ferienregion Forbach der Kaltenbronn mit dem Naturschutzgebiet Hohlohmüß.
Das Hochmoor wurde 1940 unter Naturschutz gestellt und ist mit dem in kurzer Entfernung vom Moor
stehenden Aussichtsturm ein beliebtes Wander- und Ausflugsgebiet.